Samstag, 12. September 2026

»Parerga und Paralipomena« vor 175 Jahren erschienen

Parerga und Paralipomena


1851 erschienen die »Parerga und Paralipomena« (»Nebenwerke und Zurückgelassenes«) in zwei Bänden mit dem Hauptstück »Aphorismen zur Lebensweisheit«.

Die »Parerga und Paralipomena« sind eine Sammlung von Essays, verbunden durch eine einheitliche Weltanschauung, dabei aber die Themen der akademischen Philosophie weit überschreitend. Die »Parerga« greifen auf den gesamten Bereich der Welterfahrung aus: Wie bei Montaigne sind oft die scheinbar am Rande liegenden Themen, die nur den Leser philosophisch durchsichtig gemacht werden. Und sie bedienen sich einer welt- und leserzugewandten Sprache, die keine Rücksicht auf akademische Systematik nimmt.

Arthur Schopenhauer Die »Parerga und Paralipomena« sind das zweite große Hauptwerk Schopenhauers, ein Werk mit einer eigenständigen Form und eigenen thematischen Schwerpunkten, das in vielerlei Hinsicht die Refexionen des Autors in den letzten Jahrzehnten seines Lebens zusammenfasst.

Parerga und Paralipomena Im Gegensatz zu den akademischen Interpreten hat das große Publikum die »Parerga« von Anfang an geschätzt. Schopenhauer erlangte mit seinem zweiten großen Werk schließlich den Ruhm, den er schon immer ersehnt hatte. Die Popularität des Werks beim breiten Publikum, die bis heute andauert, hatte mehrere Gründe: Glanz wesentlich ist die essayistische Form, die Themenbreite der Schrift und ihre Zuwednung zu konkreten Fragen Fragen der Lebensorientierung.

Anders als in der »Welt als Wille und Vorstellung«, in der sich Schopenhauers Weltdeutung um einen Kerngedanken herum aufbaut und in der alle Teile miteinander thematisch verbunden sind, haben die »Parerga und Paralipomena« eine kumulative Strukrur: Die verschiedenen Kapitel und Teile des Buches stehen nebeneinander, eine Ordnung, die beliebig ergänzt und verändert werden kann.

Die »Parerga« sind weit oberflächlicher als Schopenhauers Werke, aber sie machen es dem Leser leichter. Dieser kann mit seiner Lektüre überall beginnen und jedes Kapitel einzeln lesen. Ganze Generationen von Schopenhauer-Lesern haben deshalb über die »Parerga«, und nicht über die »Welt als Wille und Vorstellung«, ihren Zugang zum Denken des Philosophen gefunden.

Literatur:

Parerga und Paralipomena
Parerga und Paralipomena

Aphorismen zur Lebensweisheit
Aphorismen zur Lebensweisheit


Samstag, 23. Mai 2026

David Hume und sein Skeptizismus

David Hume


Der Schotte David Hume gilt als der Begründer eines gesunden Skeptiszimus, die Grundlage einer kritischen und hinterfragenden Philosophie. Er verband äußersten Skeptizismus und Pragmatismus zu einer nüchternen, aber menschenfreundlichen Philosophie. Einen Weg aber, aus ihr heraus die Religion positiv zu werten, sah er nicht. Schopenhauer hat Hume immer als einen seiner Wichtigsten philosophischen Verbündeten betrachtet, den Skeptizismus und die Vernunftkritik des schottischen Aufklärers geschätzt .

Hume war der Auffassung, daß Skepsis die Grundlage aller neuen Erkenntnis ist, denn gerade die Skepsis führt zu neuen Wegen der Erkenntnis durch Hinterfragen der bestehenden Zusammenhänge. Wer skeptisch ist, der reflektiert die Welt und ihre Zusammenhänge. Er vermag die Welt kritisch zu sehen und zu erkennen und daraus neue Schlüsse zu ziehen. Gesunder Skeptiszimus bringt also die Wissenschaft und Forschung voran.

Er ging schlicht davon aus, dass der durchschnittliche Mensch ein durchschnittlich guter Mensch ist und dass der unebene Boden der Tatsachen, beschritten mit dem Bedacht des gesunden Menschenverstandes, immer noch den besten Grund für ein leidliches Zusammenleben der Menschen darstellt. Alle metaphysische Spekulation aber gefährdet nach ihm das labile Gleichgewicht von Mensch und Gesellschaft.



Der erkenntnistheoretische Skeptizismus, der zu einer undogmatischen Bescheidenheit aufruft, ist philosophiegeschichtlich nicht neu. Er lässt sich bis in die Antike zurückverfolgen und spielte auch in der neuzeitlichen Philosophie eine große Rolle. So erhob René Descartes den Zweifel sogar zu einem methodischen Prinzip - um ihn freilich mit Hilfe (allerdings nicht überzeugender) "Gottesbeweise" wieder außer Kraft zu setzen.

Viel konsequenter und auch bescheidener war da ein anderer Philosoph, einer der wichtigsten: David Hume. Gegen metaphysische Spekulationen hatte er eine sehr kritische Einstellung. Er plädierte für eine allein auf Erfahrung und Beobachtung gegründete Methode und wurde damit zu einem der einflussreichsten Denker des 18. Jahrhunderts und bis heute.

Skeptizismus ist eine gesunde Grundhaltung der Erkenntnis gegenüber fremden Erscheinungen, aber sie schützt vor Irrtümern nicht. Ist die Skepsis größer als die Vernunft, so führt diese zu Fehleinschätzungen bei der Erkenntnis der Wahrheit.

Skeptiker ist eine Tochter des Mißtrauens und der Skeptiker ist ein Gefangener des Mißtrauens.

Das war sein letztes Wort. Sein Wahlspruch war immer gewesen: "Bleib nüchtern und vergiss nicht, skeptisch zu sein." Er starb friedlich und gefasst, ohne geistlichen Beistand, in seinem Haus in Edinburgh, im August des Jahres 1776. Er bleibt in Erinnerung als einer der Philosophen, die dem freien Denken in Europa Bahn geschaffen haben, die das Christentum und ihre Theologie durch - nun ja - ein Fegefeuer getrieben haben, auf das viele Christen heute stolz sind.

Literatur:

David Hume: Der Philosoph und sein Zeitalter
David Hume: Der Philosoph und sein Zeitalter
von Gerhard Streminger

Samstag, 16. Mai 2026

David Hume und sein Denken

David Hume


David Hume gilt als einer der einflussreichsten Denker des 18. Jahrhunderts. Als radikaler Empirist wandte er sich kritisch gegen den Rationalismus und die metaphysischen Spekulationen seiner Zeitgenossen und plädierte stattdessen für eine „experimentelle“, allein auf Beobachtung und Erfahrung gegründete Methode.

David Hume hat für seine Philosophie im weiteren Sinne des Wortes emotionalen, historisch kontra-cartesischen Weg der Erkenntnis entwickelt, weil ihm der Verstand in seiner Leistungsfähigkeit zu eingeschränkt und unsicher erschien, als dass er die Thronherrschaft über das menschliche Dasein beanspruchen sollte. Mit dieser skeptischen Haltung eröffnete Hume einen neuen Betrachtungshorizont, innerhalb dessen danach zu fragen ist, welche Rolle das nicht rationale Vermögen für die Erkenntnis zu spielen vermag.

Herausragend an seinem Werk ist die philosophische Aufrichtigkeit, mit der der junge Autor seine Philosophie entwickelt hat: Fragen stellen, ohne Rücksicht auf mögliche Konsequenzen aus deren Beantwortung den Menschen als Teil einer Einheit begreifen im Bewusstsein um das Risiko, das Einheitsstiftende niemals entdecken zu können, und schließlich einen Weg finden, die Wunden des Philosophierens mit dem Balsam der philosophischen Erkenntnis zu lindern.

Der Schotte David Hume war der Begründer eines gesunden Skeptiszimus, die Grundlage einer kritischen und hinterfragenden Philosophie. Er verband äußersten Skeptizismus und Pragmatismus zu einer nüchternen, aber menschenfreundlichen Philosophie. Einen Weg aber, aus ihr heraus die Religion positiv zu werten, sah er nicht.

Skepsis ist die Grundlage aller neuen Erkenntnis. Skepsis führt zu neuen Wegen der Erkenntnis durch Hinterfragen der bestehenden Zusammenhänge. Wer skeptisch ist, der reflektiert die Welt und ihre Zusammenhänge. Er vermag die Welt kritisch zu sehen und zu erkennen und daraus neue Schlüsse zu ziehen. Gesunder Skeptiszimus bringt also die Wissenschaft und Forschung voran.

Er ging schlicht davon aus, dass der durchschnittliche Mensch ein durchschnittlich guter Mensch ist und dass der unebene Boden der Tatsachen, beschritten mit dem Bedacht des gesunden Menschenverstandes, immer noch den besten Grund für ein leidliches Zusammenleben der Menschen darstellt. Alle metaphysische Spekulation aber gefährdet nach ihm das labile Gleichgewicht von Mensch und Gesellschaft.



Sein Wahlspruch war immer gewesen: "Bleib nüchtern und vergiss nicht, skeptisch zu sein." Er starb friedlich und gefasst, ohne geistlichen Beistand, in seinem Haus in Edinburgh, im August des Jahres 1776. Er bleibt in Erinnerung als einer der Philosophen, die dem freien Denken in Europa Bahn geschaffen haben, die das Christentum und ihre Theologie durch - nun ja - ein Fegefeuer getrieben haben, auf das viele Christen heute stolz sind.